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| Tantra Yoga. Der Weg zur höchsten Erleuchtung
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Illusion(en) statt Wirklichkeit
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Tantra Yoga. Der Weg zur höchsten Erleuchtung (Gebundene Ausgabe) Der 1945 in Genf geborene Daniel Odier, der 1995 in Paris das Zentrum Tantra/Chan eröffnete, präsentiert und kommentiert den Grundlagentext der shivaitischen Schule des indischen Tantrismus, das Vijnana-Bhairava-Tantra. Er richtet sich damit an alle, die mehr über den kaschmirischen Shivaismus erfahren möchten.
Zunächst stellt Odier den klassischen Text ohne Anmerkungen vor: >zur Freude der intuitiven Intelligenzen<. Im zweiten Teil skizziert er dann die Frühgeschichte Indiens und die >Geschichte< des Shivaismus sowie Lehre und Texte. Was Odier in seinem Vorwort als >Geschichte< bezeichnet, ist jedoch eher esoterisch geprägte Fantasie. Da ist beispielsweise davon die Rede, dass der Shivaismus >unmittelbar nach dem Ende der Eiszeit, 9000 Jahre vor unserer Zeitrechnung< aufkam und >als Shiva das dunkle Zeitalter heraufziehen sah, beschloss er, den Shivaismus wieder zu beleben.<
Im folgenden Abschnitt schreibt Daniel Odier von den >drei renommierten Indologen Feuerstein, Kak und Frawley<, die 1995 den Mythos der Zerstörung der dravidischen Kultur widerlegt hätten und die historischen Zeitabschnitte angeblich um Jahrtausende zurückdatieren konnten, dank (nicht näher benannter) >geologischer Entdeckungen<. Dies ist nicht zutreffend. Schon die Berufsbezeichnung >Indologen< ist eine Erfindung (oder Fehlinformation) Odiers, denn Feuerstein ist Philosoph, Frawley Mathamatiker und Kak Informatiker und Wissenschaftstheoretiker. Und auch deren angebliche Demontage des >arischen Mythos< ist selbst ein Mythos, weil dieser Versuch, wissenschaftliche Erkenntnisse zu widerlegen, ohne Belege stattfand und somit wertlos ist. Die von Odier angeführte Behauptung, dass eine Einwanderung arischer Nomaden nach Indien gar nicht stattgefunden hat und die friedliche Hochkultur des Industals identisch ist mit der kriegerischen vedischen und indoarischen Kultur ist in der Grundaussage der gescheiterte Versuch einer Demontage von international anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Im dritten Teil des Buches werden die im ersten Teil bereits abgedruckten Verse des Vijnanabhairava-Tantra (überflüssigerweise) ein zweites Mal (wortgetreu) präsentiert und mit spontanen" Kommentaren versehen. Das Spektrum der Zwischenüberschriften (und Kommentare) reicht von Das Yoga des Raums und des Lichts" bis zu Das Yoga der ursprünglichen Ekstase".
Resümee Wenn >Wirklichkeit und Illusion nicht mehr von unterschiedlicher Natur< sind, wie Daniel Odier auf Seite 143 seines Buches zum Vijnanabhairava-Tantra-Vers 133 kommentierend feststellt, dann spielt es auch keine Rolle, ob der (selbsternannte?) >große spirituelle Meister< Odier weiß, wovon er schreibt.
Der konsequent falsche Gebrauch des Begriffs Yoga" als Neutrum ist vermutlich nicht ihm, sondern der Übersetzerin anzulasten, doch dieser Lapsus passt durchaus zu der insgesamt oberflächlichen und spekulativen Einführung wie auch zum doppelten Abdruck des grundlegenden Textes zu Beginn und am Ende des Buches.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 13. März 2007 | | | | | | | |
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