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Hinduismus

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Pflichten und Handlungen

Jeder Hindu, durch sein karman in eine bestimmte Kaste hineingeboren, ist für diese Lebenszeit an den dharma seiner Kaste, an bestimmte Pflichten, gebunden.Die jeder Kaste eigenen Tugenden und Pflichten heißen swadharma. Untereinander sind die Mitglieder einer Kaste durch Strenge Vorschriften bezüglich Beruf und Ehe, Brauch und Sitte, Essen und Trinken verbunden und gegenüber denen anderen Kasten abgegrenzt. Als Hauptgebote gelten:
~ eine Heirat nur innerhalb der eingenen Kaste
~ die Ausübung eines nur für die eigene Kaste erlaubten Berufes und
~ das Einnehmen der Mahlzeiten nur zusammen mit Angehörigen der eigenen Kaste
Das varnadharma ist die Gesamtheit der Pflichten: eines Kastenmitgliedes.
Je höher ein Hindu auf Grund seiner Kastenzugehörigkeit in der sozialen Rangordnung steht, desto strenger sind die für ihn geltenden Kastenvorschriften. Zusätzlich zu den Pflichten werden freiwillige Handlungen empfohlen, durch die man sich Verdienste erwerben kann.


Kastenordnung

Die Kastenordnung ist von der Regierung offiziel aufgehoben, wird aber von der Gesellschaft weiterhin streng eingehalten.
Die Hindugesellschaft weist eine religiös begründete klare Struktur nach Ständen und Kasten auf. Die auf der Grundlage der vier Kasten, wie Priesterstand, Kriegerstand, Bauernstand, Dienerstand, entstandenen 2000 bis 3000 Unterkasten haben sich infolge der weiteren Spezialisierung der Berufe entwickelt. Die Zugehörigkeit des Hindu zu einer der Unterkasten
ist durch seine Herkunft festgelegt. Diese Kastenordnung ist für einen Hindu heilig und ewig.
Da der Mensch ein Gefangener im samsara, dem Kreislauf der Wiedergeburten, ist, bestimmt das Gesetz des karman die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste. Eine Ablehnung der Kastenordnung käme einer Auflehnung gegen die ewig gültige Weltordnung gleich.Das Kastensystem bestimmt das Verhältnis der Menschen zueinander. In diesem System kennt jeder von Kindheit an seinen Platz und verhält sich dementsprechend gegenüber Gleichen, Höheren oder Niederen. Die Kastenlosen haben besonders strenge Bedingungen.
~ Sie dürfen keine öffentlichen Wege und Brunnen benützen.
~ Sie dürfen die Heilige Schrift weder lesen noch hören und auch keinen Tempel betreten.

Mahatma Gandhi (1869-1948) hat zwar für die ca. 65 Millionen " Unberührbaren "die gleichheit vor dem bürgerlichen Gesetz erreicht, aber die religiösen Kastenschranken für die
harijans (Gotteskinder, Krishnakinder ), wie er die Kastenlosen bennante, nicht abgeschafft.
Das Kastensystem als solches hat Gandhi nicht in Frage gestellt, sonderen nur deren Auswüchse bekämpft.

  
Diederichs Gelbe Reihe, Bd.21, Bhagavadgita; Aschtavakragita (Broschiert)
von Leopold von Schroeder,
Heinrich Zimmer
Siehe auch:
Diederichs Gelbe Reihe, Bd.7, Der Weg zum Selbst
von Heinrich Zimmer
Sonstige Artikel:
Gedichte schreiben und veröffentlichen (Taschenbuch)
von Titus Müller ,
Anton G. Leitner,
Theo Breuer
Nord- und Mittel-England. Richtig reisen (DuMont Richtig reisen) (Broschiert)
von John Sykes
Ratgeber Ernährung
von EMME Deutschland
 
    
     
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