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Feste, Feiern, Rituale
Der Jahreskreis wird von zahlreichen Festen geprägt. Abgesehen von
einigen Festen wie Holi, Dussehra und Divali, die in ganz Indien gefeiert
werden, hat die Mehrzahl der Feste nur regionale oder örtlich Bedeutung.
Einer der wichtigsten Feste einer jeden Ortes ist sein
Tempelfest.
Rituelle Handlungen durchdringen den Alltag und umgekehrt. Kulte werden in
der freien Natur, in Häusern und Tempeln vollzogen. Das tägliche
Ritual wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zelebriert.
Von den täglichen Pflichten für die Brahmanen sind die
wichtisten:
~ die Dämmerungsandacht vor Sonnenaufgang
~ das Feueropfer für die Götter
~ das Schriftenopfer durch Rezitieren des Veda
~ die Wasserspende für die Ahnen
~ ein Gottesdienst zu Hause oder im Tempel
~ ein Allgötteropfer ( vaishvadeva ) und eine Streuspende
( bali ) für Geister und Dämonen
~ die Mittagsmahlzeit und das Dämmerungsbad mit Andacht am
Abend
Ähnliches gilt für den Familienvater, der verpflichtet ist, die
häusliche Andacht zu halten und einen Tempelbesuch zu machen, jeweils nach
vorheriger Reinigung durch Mundspülen oder Begießen mit
Wasser.
In Tempeln wird puja, ein täglich wiederkehrender Ritus,
vollzogen, wobei das Bild der Gottheit wie die Gottheit selbst verehrt wird. Der
im Bildnis anwesende Gott wird symbolisch verehrt durch rituelle Verpflegung und
Bedienung. Morgens wird das Götterbild durch Glockengeläut geweckt,
gebadet, gesalbt und mit farbigen Stoffen bekleidet. Es bekommt ein
Frühstück und Mittagessen, hält seinen Mittagsschlaf, erhält
ein Abendbrot und wird uu Bett gebracht. Die Götternahrung besteht aus
Gerste, Reis, Milch und Schmelzbutter.Die Verehrung des Götterbildnisses
erfolgt auch durch dessen Umwandlung im Uhrzeigersinn
( pradakshina ), durch Kniefall, Rezitieren von Geberen und
Blumenstreuen.
Die Gefahr einer rituellen Unreinheit ( ashauca ) besteht für
einen hindu ständig, und Unreinheit kann sich auf jeden, der damit in
Berührung kommt, übertragen. Für die Mitglieder höherer
Kasten kann sie von Dauer und mit der Person oder Sache ( Nicht-Hindu, Hund,
Knoblauch ) verbunden oder aber nur vorübergehend sein, wenn sie mit
Unreinheiten in Berührung hekommen sind, wie z.B. durch das Ereignis einer
Geburt oder durch einen Todesfall in der Familie. Bei leichten Fällen
ritueller Unreinheit wird diese durch selbstbestimmte Reinigungszeremonien
getilgt. In schweren Fällen, wie Brahmanenmord oder Tötung einer Kuh,
werden die Sühnezeremonien von einem Brahmanenkollegium bestimmt.Bei
Reinigungsriten dienen als Reinigungsmittel der Kuhmist, dessen Essen ein
Sühneritus, prayashitta ( Gedanke des Todes ) ist. Ein Wasserbad ist
nicht nur nach jeder Verunreinigung und nach jedem Schlaf, der ja verunreinigt,
erforderlich, sonder auch vor jeder Kulthandlung. Ein weiteres Mittel ritueller
Reinegung stellt die Enzhaltsamkeit bei Speisen dar.
Schriften der Offenbarung und
Überlieferung
Die heiligen Schriften der Hindus gliedern sich in zwei große
Gruppen, deren älteste zu den Shruti und deren später zu den Smriti
gehört.
Shruti ( das Hören, Gehörte ) bezeichnet diejenigen
heiligen Texte, die ursprünglich auswendig gelernt, rezitiert und
gehört wurden. Sachlich handelt es sich um Texte der göttlichen
Offenbarung, die mit höchster geistlicher Autorität ausgestattet und
verbindlich für Fragen der Lehre und Ethik sind.
Diese Schriften der göttlichen Pffenbarung sind nur einem kleinen Teil
der Bevölkerung zugänglich und verständlich.
Smriti ( Erinnerungen ) bezeichnet eine sehr alte heilige
Überlieferung. Sachlich handelt es sich - im Gegensatz zur
übermenschlichen Offenbarung der Shruti - um Texte menschlicher
Überlieferung, die als Werk vieler Generationen heiliger Menschen angesehen
werden.
Diese Schriften sind allen Bevölkerungsschichten - auch den Frauen -
zugänglich und erfreuen sich zudem großer Beliebtheit.
Verbreitung
Die Hindus bilden die 3.größte Weltreligion nach dem Christentum
und dem Islam. Ihre Zahl beträgt heute ca. 647 567 000 dh. 13,5 % der
Weltbevölkerung, davon leben 99,4 % in Südasien. Etwa 85 % aller
Hindus leben in Indien wo sie mit 78,8 % die Mehrheit der Bevölkerung
darstellen. Der Hinduismus ist heute in 84 Ländern verbreitet.
z.B. Indien, Nepal, Bangladesch, Indonesien, Sri Lanka, Pakistan,
Malysia u.a.
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