Titel:

Hinduismus

Startseite
english
  
ISBN: 3896314297   ISBN: 3896314297   ISBN: 3896314297   ISBN: 3896314297 
 
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>|
  Wir empfehlen:       
 

 


Feste, Feiern, Rituale

Der Jahreskreis wird von zahlreichen Festen geprägt. Abgesehen von einigen Festen wie Holi, Dussehra und Divali, die in ganz Indien gefeiert werden, hat die Mehrzahl der Feste nur regionale oder örtlich Bedeutung. Einer der wichtigsten Feste einer jeden Ortes ist sein Tempelfest.

Rituelle Handlungen durchdringen den Alltag und umgekehrt. Kulte werden in der freien Natur, in Häusern und Tempeln vollzogen. Das tägliche Ritual wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zelebriert.
Von den täglichen Pflichten für die Brahmanen sind die wichtisten:
~ die Dämmerungsandacht vor Sonnenaufgang
~ das Feueropfer für die Götter
~ das Schriftenopfer durch Rezitieren des Veda
~ die Wasserspende für die Ahnen
~ ein Gottesdienst zu Hause oder im Tempel
~ ein Allgötteropfer ( vaishvadeva ) und eine Streuspende ( bali ) für Geister und Dämonen
~ die Mittagsmahlzeit und das Dämmerungsbad mit Andacht am Abend

Ähnliches gilt für den Familienvater, der verpflichtet ist, die häusliche Andacht zu halten und einen Tempelbesuch zu machen, jeweils nach vorheriger Reinigung durch Mundspülen oder Begießen mit Wasser.

In Tempeln wird puja, ein täglich wiederkehrender Ritus, vollzogen, wobei das Bild der Gottheit wie die Gottheit selbst verehrt wird. Der im Bildnis anwesende Gott wird symbolisch verehrt durch rituelle Verpflegung und Bedienung. Morgens wird das Götterbild durch Glockengeläut geweckt, gebadet, gesalbt und mit farbigen Stoffen bekleidet. Es bekommt ein Frühstück und Mittagessen, hält seinen Mittagsschlaf, erhält ein Abendbrot und wird uu Bett gebracht. Die Götternahrung besteht aus Gerste, Reis, Milch und Schmelzbutter.Die Verehrung des Götterbildnisses erfolgt auch durch dessen Umwandlung im Uhrzeigersinn
( pradakshina ), durch Kniefall, Rezitieren von Geberen und Blumenstreuen.

Die Gefahr einer rituellen Unreinheit ( ashauca ) besteht für einen hindu ständig, und Unreinheit kann sich auf jeden, der damit in Berührung kommt, übertragen. Für die Mitglieder höherer Kasten kann sie von Dauer und mit der Person oder Sache ( Nicht-Hindu, Hund, Knoblauch ) verbunden oder aber nur vorübergehend sein, wenn sie mit Unreinheiten in Berührung hekommen sind, wie z.B. durch das Ereignis einer Geburt oder durch einen Todesfall in der Familie. Bei leichten Fällen ritueller Unreinheit wird diese durch selbstbestimmte Reinigungszeremonien getilgt. In schweren Fällen, wie Brahmanenmord oder Tötung einer Kuh, werden die Sühnezeremonien von einem Brahmanenkollegium bestimmt.Bei Reinigungsriten dienen als Reinigungsmittel der Kuhmist, dessen Essen ein Sühneritus, prayashitta ( Gedanke des Todes ) ist. Ein Wasserbad ist nicht nur nach jeder Verunreinigung und nach jedem Schlaf, der ja verunreinigt, erforderlich, sonder auch vor jeder Kulthandlung. Ein weiteres Mittel ritueller Reinegung stellt die Enzhaltsamkeit bei Speisen dar.


Schriften der Offenbarung und Überlieferung

Die heiligen Schriften der Hindus gliedern sich in zwei große Gruppen, deren älteste zu den Shruti und deren später zu den Smriti gehört.

Shruti ( das Hören, Gehörte ) bezeichnet diejenigen heiligen Texte, die ursprünglich auswendig gelernt, rezitiert und gehört wurden. Sachlich handelt es sich um Texte der göttlichen Offenbarung, die mit höchster geistlicher Autorität ausgestattet und verbindlich für Fragen der Lehre und Ethik sind.
Diese Schriften der göttlichen Pffenbarung sind nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zugänglich und verständlich.

Smriti ( Erinnerungen ) bezeichnet eine sehr alte heilige Überlieferung. Sachlich handelt es sich - im Gegensatz zur übermenschlichen Offenbarung der Shruti - um Texte menschlicher Überlieferung, die als Werk vieler Generationen heiliger Menschen angesehen werden.
Diese Schriften sind allen Bevölkerungsschichten - auch den Frauen - zugänglich und erfreuen sich zudem großer Beliebtheit.


Verbreitung

Die Hindus bilden die 3.größte Weltreligion nach dem Christentum und dem Islam. Ihre Zahl beträgt heute ca. 647 567 000 dh. 13,5 % der Weltbevölkerung, davon leben 99,4 % in Südasien. Etwa 85 % aller Hindus leben in Indien wo sie mit 78,8 % die Mehrheit der Bevölkerung darstellen. Der Hinduismus ist heute in 84 Ländern verbreitet.
z.B. Indien, Nepal, Bangladesch, Indonesien, Sri Lanka, Pakistan, Malysia u.a.
  
Die grossen Götter Indiens. Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus. (Gebundene Ausgabe)
von Hans W. Schumann
Siehe auch:
Die indischen Göttinnen. Weibliche Gottheiten im Hinduismus.
von David Kinsley
Hinduismus (Diederichs kompakt)
von Vanamali Gunturu
Hinduismus erleben (Reise Know-How)
von Rainer Krack
KulturSchock Indien
von Rainer Krack
 
    
     
|<< Anfang     < Zurück     Index     Weiter >     Ende >>| 

Zurück zur Themenseite:
StudyPaper.com/Startseite/Gesellschaft/Religion

Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache.
   
  Startseite  |  english  |  Bookmark setzen  |  Webseite weiterempfehlen  |  Copyright ©  |  Impressum